21 SepDie Nutzung der Windenergie

Der Mensch nutzt die Windenergie seit langer Zeit. Früher trieb er damit vor allem Boote, Mühlsteine, Wasserförderanlagen und Sägewerke an. In Erwartung versiegender Öl-, Gas- und Kohlelagerstätten ist heute die Erzeugung elektrischen Stroms aus Windenergie besonders wichtig, denn zusammen mit anderen erneuerbaren Energiequellen soll die Windenergie fossile Energiequellen ersetzen. Hierzu wurden die Windräder von damals zu den heutigen strömungsoptimierten Windkraftanlagen weiterentwickelt. Besonders in Küstenregionen ermöglichen sogenannte Windparks mit teilweise Dutzenden solcher Anlagen einen hohen Energieertrag. Dafür stehen riesige Windturbinen mit Nabenhöhen von 135 Metern zur Verfügung, deren Rotoren 127 Meter durchmessen. Damit können sie eine elektrische Leistung von bis zu 7,5 Megawatt liefern. Große Windparks werfen daher je nach den aktuellen Windverhältnissen mehrere hundert Megawatt an elektrischer Leistung ab.

Windkraft deckt etwa ein Prozent des elektrischen Energiebedarfs weltweit. Beispielsweise liefert sie in Deutschland über sechs Prozent der elektrischen Energie; das ist mit über 40 Prozent der größte Anteil an den erneuerbaren Energien. Die Energiegewinnung mit Hilfe von Windkraftanlagen hängt allerdings von der Windstärke ab und fällt zeitweilig bei Flauten völlig aus. Zur überregionalen Stromversorgung müssen sie daher mit anderen Kraftwerken im Stromnetzverbund zusammenarbeiten. Wenn irgendwo in solch einem Verbund zu wenig Strom zur Verfügung steht, wird er von anderen Stellen des Verbundes abgeleitet. Windkraftwerke lassen sich sinnvoll insbesondere mit Pumpspeicherkraftwerken kombinieren. Bei einem Überschuss an Windenergie pumpen sie Wasser in ein hoch gelegenes Speicherbecken, beispielsweise in einen Stausee. Bei erhöhtem Strombedarf wird das Wasser kontrolliert aus dem Becken abgelassen. Es strömt in Fallrohren abwärts und treibt Turbinen zur Stromerzeugung an.

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